Regenbogenhaus Kriele

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Im idyllischen Ort Kriele in Brandenburg steht ein besonderes Haus für besondere Kinder: das Regenbogenhaus Kriele. Als Teil der Regenbogen gUG bietet diese Einrichtung jungen Menschen einen geschützten Lebensraum, in dem sie Stabilität, Geborgenheit und individuelle Förderung erfahren. Das Haus steht exemplarisch für einen ganzheitlichen Ansatz in der Kinder- und Jugendhilfe, bei dem Pädagogik, Therapie und emotionale Fürsorge Hand in Hand gehen.

Therapeutische Wohngruppe mit individuellem Konzept

Das Regenbogenhaus Kriele ist keine klassische Kinderwohngruppe. Vielmehr handelt es sich um ein therapeutisches Zuhause, das speziell für Kinder im Aufnahmealter von acht bis zwölf Jahren konzipiert wurde. Die maximale Gruppengröße von sieben Kindern ermöglicht eine intensive, individuelle Betreuung. Ziel ist es, den Kindern ein stabiles, vertrauensvolles Umfeld zu bieten, in dem sie sich entfalten und entwickeln können.

Ein entscheidender Unterschied zu anderen Einrichtungen liegt in der therapeutischen Grundausrichtung. Jedes Kind bringt seine eigene Geschichte, seine Stärken und seine Herausforderungen mit. Das Regenbogenhaus Kriele reagiert darauf mit maßgeschneiderten Betreuungsplänen, die pädagogische und therapeutische Elemente eng miteinander verzahnen.

Montessori-Pädagogik als pädagogischer Leitfaden

Ein zentrales Fundament der Arbeit im Regenbogenhaus Kriele ist die Montessori-Pädagogik. Der berühmte Leitsatz Maria Montessoris – „Hilf mir, es selbst zu tun“ – prägt den Alltag der Kinder. Sie werden ermutigt, Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und in ihrem Tempo zu lernen und zu wachsen.

Die kindgerechte Umgebung, strukturierte Tagesabläufe und vorbereitete Lernangebote unterstützen die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstvertrauen. Besonders Kinder, die aus instabilen oder traumatischen Familienverhältnissen kommen, profitieren von dieser respektvollen und fördernden Haltung.

Traumapädagogik: Sicherheit und Stabilität durch Struktur

Viele Kinder, die im Regenbogenhaus Kriele leben, haben in ihrer Vergangenheit Vernachlässigung, Gewalt oder andere traumatische Erfahrungen erlebt. Die Traumapädagogik bildet deshalb eine weitere tragende Säule des Betreuungskonzepts. Im Zentrum steht die Schaffung eines sicheren Ortes, in dem emotionale Stabilisierung möglich ist.

Pädagog:innen und Therapeut:innen arbeiten eng zusammen, um traumatische Erlebnisse zu verstehen, zu integrieren und schließlich zu überwinden. Dazu gehören ein feinfühliger Umgang, klare Strukturen, verlässliche Bezugspersonen und individuell angepasste Maßnahmen. Ziel ist nicht die schnelle „Reparatur“, sondern nachhaltige Entwicklung.

Tiergestützte Pädagogik im Regenbogenhaus Kriele

Ein besonderes Merkmal des Regenbogenhauses Kriele ist der Einsatz von Tieren im pädagogischen Alltag. Hunde, Katzen, Hühner und Pferde sind nicht nur Teil der Umgebung, sondern auch Teil des pädagogischen Teams. Im Umgang mit den Tieren lernen die Kinder Verantwortung, Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenzen – Fähigkeiten, die in anderen Kontexten oft schwer zugänglich sind.

Diese tiergestützte Pädagogik wirkt beruhigend, schafft Vertrauen und fördert die nonverbale Kommunikation. Für traumatisierte Kinder sind Tiere oft der erste Schritt zurück in sichere Bindungserfahrungen. Die Tiere geben unmittelbares Feedback, sind urteilsfrei und konstant – eine wichtige Basis für emotionale Heilung.

Kreative und erlebnispädagogische Elemente

Neben der Montessori- und Traumapädagogik setzt das Regenbogenhaus Kriele auf vielfältige kreative und erlebnispädagogische Angebote. Musik, Theater, Kunstprojekte und naturbezogene Aktivitäten gehören zum festen Bestandteil des Wochenplans. Diese Angebote ermöglichen den Kindern nicht nur einen kreativen Ausdruck, sondern auch das Erleben von Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft.

Besondere Erlebnisse wie Ausflüge, Reitstunden, Lagerfeuerabende oder Bauprojekte stärken das Gemeinschaftsgefühl und machen den Kindern Mut, neue Herausforderungen anzunehmen. Die Erlebnispädagogik ist dabei mehr als Freizeitgestaltung – sie ist ein bewusst eingesetztes Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung.

Teamarbeit und Fachlichkeit im Fokus

Das pädagogische Team des Regenbogenhauses Kriele besteht aus Fachkräften mit unterschiedlichen Qualifikationen: Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen, Therapeut:innen und Fachkräfte mit Zusatzausbildungen in Traumapädagogik oder tiergestützter Arbeit. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung ermöglicht eine ganzheitliche Sicht auf das Kind und eine passgenaue Förderung.

Regelmäßige Supervision, Fortbildungen und kollegialer Austausch sichern die Qualität der Arbeit. Auch externe Therapeut:innen und Kooperationspartner wie Schulen, Jugendämter und medizinische Einrichtungen sind in das Unterstützungsnetz eingebunden.

Alltagsleben im Regenbogenhaus Kriele

Strukturierte Tagesabläufe, klare Regeln und ein wertschätzender Umgang prägen den Alltag der Kinder im Regenbogenhaus Kriele. Morgens geht es zur Schule, danach finden Hausaufgabenbetreuung, Freizeitangebote und therapeutische Einzelmaßnahmen statt. Gemeinsame Mahlzeiten, Rituale und individuelle Rückzugsräume sorgen für Orientierung und emotionale Sicherheit.

Besonders wichtig ist der Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu den Betreuer:innen. Diese fungieren als verlässliche Bezugspersonen, geben Halt und begleiten die Kinder auch in schwierigen Phasen. Die emotionale Verfügbarkeit des Teams ist einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg der Maßnahme.

Zielgruppe und Perspektiven

Das Regenbogenhaus Kriele richtet sich an Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Dabei spielt nicht nur der Schutzgedanke eine Rolle, sondern auch der Wunsch nach Förderung und Entwicklung. Viele Kinder bleiben mehrere Jahre in der Einrichtung und gehen von dort aus in Pflegefamilien, betreute Jugendwohnen oder kehren – in Einzelfällen – in ihre Herkunftsfamilie zurück.

Die Betreuung im Regenbogenhaus Kriele ist kein starres System, sondern ein dynamischer Prozess. Gemeinsam mit den Jugendämtern, den Eltern und weiteren Beteiligten wird regelmäßig überprüft, welche Perspektiven sinnvoll und realisierbar sind.

Regenbogenhaus Kriele als Ort der Entwicklung

Das Regenbogenhaus Kriele ist mehr als nur ein geschützter Ort – es ist ein Raum für Entwicklung, Heilung und Selbstfindung. Die Kombination aus strukturierter Betreuung, therapeutischer Begleitung und kreativen, tiergestützten Angeboten schafft ein einzigartiges Umfeld, in dem Kinder wachsen und heilen können.

Das pädagogische Konzept orientiert sich konsequent an den individuellen Bedürfnissen der Kinder und kombiniert moderne Erkenntnisse aus Pädagogik, Psychologie und Traumaforschung. Dabei steht immer das Kind im Mittelpunkt – mit seiner Geschichte, seinen Talenten und seinem Potenzial.

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